Inhaltsverzeichnis

Information zum Lesen dieses Artikels

Du kannst natürlich vom Inhaltsverzeichnis durch die Kapitel springen wie du magst. Du kannst den Artikel aber auch klassisch von oben nach unten lesen und dich innerhalb der Absätze ggfs. in die Unterthemen klicken. Das empfehle ich dir, wenn du ganz neu im Thema Sense bist.

1. Einleitung

Beim Mähen mit der Sense haben wohl viele von uns eine mehr oder weniger ähnliche Vorstellung: Der ältere Herr, der mit der Sense in der Sonne auf der Alm steht und mit gleichmäßigen Bewegungen das Gras schneidet. Ab und an bleibt er stehen, richtet die Sense auf und wetzt mit einem Stein die Klinge. Dann geht es weiter. Am Feldrand steht der Heuwagen und das angetrocknete Gras türmt sich darauf, vielleicht toben noch ein paar Kinder darin.

Die Vorurteile: Die Sense ist nur etwas für große Flächen. Sensen muss man lange lernen. Dengeln ist eine Kunst. Die Schinderei! Schwitzen in der Sonne! Mähen mit der Sense scheint aus der Zeit gefallen.

Stimmen die Vorurteile? Oder ist mähen mit der Sense vielleicht sogar zeitgemäßer denn je?

Wenn sie auch auf den großen Agrarflächen von Maschinen abgelöst wurde, warum sollte sie dann kein Revival im Hausgarten feiern? Auf kleiner Fläche ist das Mähen auch überhaupt nicht mühsam.

Bevor du also nach dem No-Mow-May in ein Loch fällst, lass dich doch auf den Slow-Mow-June mit Sense ein!

Vorteile einer klassischen Sense

Aber warum setze ich mich für die Sense ein? Es gibt doch Rasenmäher und Mähroboter. Ihr ahnt es schon. Sogenannte Sichelmäher, also unsere klasssischen Rasenmäher, unter denen sich ein Messer sehr schnell im Kreis dreht, sind nicht sehr tierfreundlich. Übersehen wir mit einem handgeschobenen Modell vielleicht den Igel nicht, so schreddern wir doch trotzdem einen Haufen Insekten und andere Tiere. Dabei geht es nicht nur um das Leben in unmittelbarer Nähe zum Messer. Alles, was sich darunter befindet, wird durch den Sog in Richtung Messer bewegt. Bei einer Sense dagegen beschränkt sich der gefährliche Bereich auf die Dicke und Länge der Schneide. Bei meiner Sense sind das also etwa 0,5 Millimeter auf 65 Zentimeter. Das Bildnis des Gevatter Tod sollte demnach also eigentlich keine Sense, sondern einen Rasenmäher zeigen.

Abgesehen davon verbraucht ein konventioneller Rasenmäher Benzin oder Strom und sie sind laut. Eine Sense verbraucht etwas Muskelkraft und ist so leise, dass wir damit auch am Sonntag arbeiten könnten. Eine Sense hält im besten Fall ein Leben lang, wer kann das von seinem Rasenmäher behaupten?
Was ich eher selten höre, für mich aber schnell überlegt habe: Ich möchte das, was ein Benzinrasenmäher aus seinem Auspuff stösst, nicht auf meinem Gemüse, meinem Obst oder generell in meinem Garten haben.

Auch Mähroboter haben es in, nein, unter sich. Egal wie modern sie sind, ob mit LiDAR oder Kamera: Versprochen wird immer, dass der Igel verschont bleibt. Wenn dem so wäre und der Hersteller sich da so sicher wäre, warum wirbt er dann nicht viel prominenter damit? Vielleicht weil er sich selbst nicht sicher ist?
Es gibt auch rabaukenhafte Jungigel die sich von der Seite nähern, Molche, Blindschleichen, Käfer, Heuschrecken und und und. Sie alle laufen im wahrsten Sinne des Wortes unter dem Radar des Mähroboters.
Bei den Mährobotern sollte noch bedacht werden, dass ein Ersatzakku als Folgekosten durchaus ein Posten sein kann.

It makes sense!

Wollen wir also nicht nur im mähfreien Mai etwas gutes für das Gartenleben tun, dann ist die Sense das wahrscheinlich beste Werkzeug dafür.
Ihr merkt: It makes sense! Ich verspreche, das war der einzige schlechte Witz zum Thema Sense.

Zugegeben, anfangs wird das Schnittbild eventuell etwas ungleichmäßig sein, doch auch dafür gibt es zwei Lösungsansätze, die ich dir natürlich aufzeige. Mähen mit der Sense ist bei mir im Garten auch kein Ereignis mehr, sondern Alltag. Für mich das beste Zeichen, denn die Sense gehört jetzt ohne Vorbehalte zum Gärtnern dazu, wie ein Spaten oder eine Gartenschere.

Ziel dieses Artikels

Wichtig: Ich möchte dich mit den folgenden Seiten nicht zum Sensenprofi machen. Das kann ich auch gar nicht, denn ich bin selbst keiner. Aber ich möchte dich ermutigen, mit einer Sense zu mähen. Ich möchte dir einen Überblick geben und eventuelle Vorbehalte abbauen. Sensen ist wirklich nicht schwierig und meiner Meinung nach überwiegen die Vorteile gegenüber einem konventionellen Sichelmäher mit Elektro- oder Benzinantrieb in vielen Punkten.

Die Sense hat als Mäher grundsätzlich kein schlechtes Image, aber sie hat keine Lobby. Ändern wir das doch!

Wenn dich interessiert, wie ich selbst theoretisch und praktisch zum Mähen mit der Sense kam, dann lehn dich zurück und lies hier meine Geschichte dazu.

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Pro und Contra

Natürlich ist eine Sense keine eierlegende Wollmilchsau und vielleicht ist sie auch nicht für jeden geeignet. Genauso haben konventionelle Rasenmäher sicherlich auch ihre Vorteile. Ich habe mal versucht, eine Pro und Contra-Liste zu erstellen. Letztlich muss jeder und jede für sich entscheiden, was für ihn oder sie das richtige ist.

Sense Rasenmäher Mähroboter
Tierfreundlichkeit +
Pflanzenvielfalt +
Anschaffungskosten + (+)
Unterhaltskosten +
Lautstärke + (+)
Haltbarkeit + (+) ?
Arbeit (+) (+) +
Mähzeitpunkt + (+)
Energieverbrauch + (+)
Platzverbrauch + (+)

+ = sehe ich positiv
(+) = sehe ich eher positiv im Vergleich
– = sehe ich negativ
? = Dazu habe ich keine richtigen Informationen gefunden

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Auf- und Zusammenbau einer Sense

Eine klassische Sense setzt sich aus nur drei Teilen zusammen. Über die Links gelangst du zu den Detailbeiträgen der einzelnen Komponenten:

– Dem Sensenbaum, oft auch Worb genannt
– Dem Sensenblatt, also dem schneidenden Teil der Sense
– Dem Sensenring, er stellt die Verbindung zwischen Baum und Blatt dar

Der Ring verbindet das Sensenblatt mit dem Sensenbaum. Dabei wird das Sensenblatt mit einer Ausstülpung in die am Baum vorgesehene Vertiefung gesetzt und der Ring mit den Madenschrauben angezogen. Sind die Griffe am Baum nicht verstellbar, so ist der Punkt am Ring die einzige Stelle der Sense, an der Einstellungen vorgenommen werden können.

Diese Einstellungen sind auch notwendig: Sie bestimmen, ob sich das Blatt so durch das Gras bewegt, dass die Sense in Abhängigkeit von Körpergröße und dem Kreis, den sie beim Mähen zeichnet, auch schneidet. Hört sich kompliziert an, ist es aber gar nicht. Lesen und sehen kannst du das im nächsten Punkt Einstellen der Sense.

Erklärung, dass die Hamme durch den Ring muss und beides dann über den Baum

Die Hamme (rechts) wird in den Sensenring (Mitte) geführt, der Sensenring muss dann über den Baum. Der Dorn der Hamme (von hier aus auf der anderen Seite der Hamme) wird dann in der sichtbaren Aussparung der Metallplatte am Baum versenkt.

Die zusammen gebaute Sense. Der Dorn der Hamme sitzt in der Vertiefung am Baum und der Ring hält alles zusammen

So sollte die zusammengebaute Sense am „Drei-Teile-Eck“ aussehen: Der Dorn der Hammer verschwindet in der Vertiefung am Baum und der Ring hält alles zusammen. Jetzt kann die Sense eingestellt werden.

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Einstellen der Sense

Nichts geht über eine gute Einstellung. So auch bei der Sense. Sie entscheidet u.a. darüber, ob wir Gras schneiden oder mit der Spitze Pflanzlöcher für Frühblüherzwiebeln stechen.

Wie auch du deine Einstellung ändern kannst, liest du hier.

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Wetzen

Wer schon mal einem Profi beim schnellen Wetzen zugeschaut hat, der wusste vielleicht was dabei passiert, aber nicht wie es passiert.

Vom Wetzen wird vergleichsweise wenig gesprochen, aber auch das will gelernt sein. Eine Raketenwissenschaft ist es aber auch nicht. Mit dem Wetzen schärft man die Sense nur indirekt, man „spitzt“ die Sense nicht an, sondern man stellt eigentlich nur ein paar Atome gerade. Naja, es sind schon ein paar mehr.

Lest hier alles über das Wetzen.

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Mähen

Jetzt gibt es so viel drum rum, jetzt wollen wir aber auch mal mähen!

Das schaut man sich am besten in einem Video an, denn das in Worten zu erklären ist möglich, aber irgendwie auch überflüssig, wenn man es gezeigt bekommen kann. Der Profi zeigt und erklärt euch wie es geht, so dass ihr am Ende des Tages keine Regenrinne senst.

Hier gehts zum Beitrag Mähen mit der Sense.

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Dengeln

Der Zauber des Sensenmähens besteht für viele im Dengeln, also dem Kaltschmieden der Schneide um sie zu schärfen. Das klassische Dengeln will nicht nur gelernt, sondern auch gekonnt sein. Präzise Schläge, nur begrenzt wiederholt auf einer Stelle, auf ein im richtigen Winkel gehaltenen Sensenblatt. Das Ergebnis ist ein rasiermesserscharfes Sensenblatt mit dem auch sehr langsam geführt Schnitte gelingen.

Jetzt leben wir in einem schnellen Zeitalter, die meisten von uns haben oder nehmen sich nicht die Zeit, dieses schöne alte Handwerk zu erlernen. Mir ging es genauso. Die Kombination aus mangelndem Geschick, gepaart mit der daraus resultierenden Ungeduld machten aus einem alten stumpfen Übungssensenblatt ein noch stumpferes.

Aber ich kündigte ja bereits an, ich habe eine Lösung gefunden. Die ist auch nicht neu, sondern bereits über 150 Jahre alt. Den Schlagdengelapparat. Damit kann eigentlich jeder eine scharfe Klinge aus dem Stück Stahl treiben.

Zum Beitrag Dengeln der Sense.

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Zubehör

Wie bei allen Geräten die man sich anschaffen kann, kann man sich auch bei der Sense dem Konsum hingeben und allerlei Zubehör in unterschiedlichen Qualitäten erwerben. Dabei ist manches sehr sinnvoll, manches auch nicht.

Was ich mir neben dem Hauptprotagonisten noch angeschafft habe (Die Kosten findet ihr unter dem nächsten Punkt):

Wetzstein
Dengelapparat
Sensenschlüssel
Holzrechen
Leinöl/Öl

Was halte ich im Hausgarten für überflüssig?:

Kumpf
Reff
verschiedene Sensenblätter

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Kosten & Bezug

Wenn man keine Sense geschenkt bekommt oder sie gebraucht irgendwo erstehen kann, dann muss man sie natürlich käuflich erwerben.

Aber welche Kosten kommen eigentlich auf mich zu bei einem Neukauf? Wo geht es los und was ist ein realistischer Preis für eine gute Sense? Gibt es Folgekosten und wenn ja, wie hoch sind sie?

Auch nicht unwichtig: Wo bekomme ich meine individuelle Sense eigentlich her?

Hier gehts zum Beitrag Kosten & Bezug einer Sense.

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Los geht´s

Herzlichen Glückwunsch! Wenn du es bis hier hin geschafft hast und in alle Unterseiten abgebogen bist, dann bist du jetzt bereit für dein eigenes Sensenabenteuer!

Vielen Dank an dieser Stelle an Sigrid Tinz von Kraut und Bücher! Sie hat fantastische Öffentlichkeitsarbeit zum „Mähfreien Mai“ geleistet. Mit dem Ausklingen des No-Mow-May hat sie mir lieberweise einen Platz in ihrem Newsletter überlassen, um auf meinen Artikel hier hinzuweisen. Schaut unbedingt auch bei ihr vorbei, abonniert ihren Newsletter und folgt ihr bei Instagram, es lohnt sich!

Dieser Artikel darf gerne leben, so wie deine Wiese! Wenn du also Hinweise, Fehler gefunden oder Fragen hast, dann schreibe mir gerne eine E-Mail, über die sozialen Medien oder über die Kommentarfunktion unter den Beiträgen!

Solltest du nun also deine eigene Sense kaufen, bestellen, finden, geschenkt bekommen oder sogar schon in den Händen halten, wünsche ich dir viel Spaß beim leisen, gesunden und ökologischen Mähen!

So, jetzt ist aber Sense hier.

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