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Wenn wir ein Stück spitzen Stahl ständig durch (feuchte) Pflanzenstengel treiben entsteht unweigerlich Reibung. Diese Reibung sorgt dafür, dass sich unsere scharfe Schneide abnutzt und zwar auf zweierlei Weise: Wenn wir in Gedanken ganz ganz nah an unsere Schneide heranzoomen, dann sehen wir gerade, von der Schneide weg abstehendes Metall. Mit jedem Schnitt verbiegt sich dieses Metall wieder ein bisschen in die eine oder andere Richtung, oder es brechen sogar Ministückchen ab. Die Klinge stumpft langsam ab, wir müssen wetzen.

Durch das Wetzen stellen wir das Metall wieder gerade und wir können weitermähen. So gesehen schärfen wir durch das Wetzen das Sensenblatt nicht, sondern wir korrigieren nur wieder. Das kann man einige Zeit so machen und wie genau, dass schauen wir uns jetzt an.

Wetzen

Zum Wetzen, also dem Geradestellen der Schneide (auch Dangel genannt) benötigt man einen Wetzstein. Es gibt Wetzsteine aus Kunststein und aus Naturstein. Das steht natürlich auch auf der Verpackung, man merkt es aber auch am Preis: Kostet der Kunststein zwischen 5 und 10 Euro, so muss man für die Natursteinvariante schon mal 20 Euro und mehr auf den Tisch legen.

Wo liegt der Unterschied?
Der Kunststein (z.B. aus Korund) ist gröber und trägt etwas mehr Material vom Stahl ab.

Der Naturstein ist sichtbar feiner und damit schonender zu deinem Sensenblatt.

Unabhängig vom Material muss ein Stein zum Wetzen immer nass sein. Dazu legt man den Stein einige Zeit in Wasser ein, z.B. in eine Schale oder man stellt ihn in ein hohes Glas. Auch direkt nach dem Wetzen gehört er dorthin, damit feiner Stahl- oder Steinabrieb abgewaschen wird.
Nach dem Sensen sollte der Stein wieder trockengelegt werden. Gerade Kunststein kann je nach Material unschön „rosten“.

Ein künstlicher Wetzstein

Ein künstlicher Wetzstein

Hands on

Gewetzt wird so (Linkshänder nehmen entsprechend die jeweils andere Hand): Man stellt die Sense mit der Griffseite nach unten auf die Erde und hält mit der linken Hand die Sense mittig am Rücken fest. Mit der rechten Hand nimmt man den Wetzstein fest in die Hand und setzt mit der Mitte des Steins am Hammenende in einem möglichst spitzen Winkel an. Nun zieht man den Stein zügig mit einer abfallenden,  Bewegung über einen kurzen Teil des Dangels. Dann setzt man ein Stück weiter neu an und wiederholt so lange, bis man einmal den Dangel bis zur Spitze gewetzt hat. Auf der anderen Seite verfährt man genauso. Ob man nun erst die eine Seite durchwetzt und dann die andere bearbeitet oder bei jedem Ansetzen die Seite wechselt ist völlig egal. Ob man beim Wetzen eine Kurve beschreibt oder den Stein gerade aber schräg nach unten zieht ist egal. Wichtig ist, dass beide Seiten vom einen bis zum anderen Ende gewetzt werden.

Schaut euch bei Bedarf auch das Wetzen in einem Video im Netz an.

Der Wetzstein wird zum Wetzen am Sensenblatt angesetzt
Der Wetzstein auf halber Fahrt über das Blatt
Der Wetzstein am Ende des Blattes

Der Wetzstein wird mit seiner Mitte in einem spitzen Winkel angesetzt und…

…dann in einer Abwärtsbewegung über die Schneide gezogen.

Am Ende angekommen beginnt man ein Stück versetzt von Neuem und wetzt sich so bis zum Ende des Blattes

Nach dem Wetzen ist vor dem Dengeln

Ganz oben habe ich schon geschrieben, dass die Mini-Metallteile sich irgendwann nicht mehr gerade stellen lassen, sondern abbrechen. Das ist der Moment, wo die Schneide „verbraucht“ ist, dann kommt man um das Dengeln nicht herum.
Hier kommst du direkt zum Dengeln.

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