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Wichtig! Bitte Vorsicht bei Arbeiten mit dem Sensenblatt! Es ist im besten Fall sehr scharf und wir wollen kein einschneidendes Erlebnis haben!
Das Sensenblatt ist der schneidende Teil der Sense. Es besteht aus aus einem Stück und doch vielen Bereichen: der Spitze, dem Körper, der Schneide (oft auch Dengel oder Dangel genannt), dem Bart, der Bartspitze, dem Rücken, der Hamme und dem Dorn. Je nach Blatt und Region gibt es auch noch weitere Abschnitte, Punkte und Bezeichnungen, aber wir brauchen erstmal nur diese wichtigsten.
Die Bereiche eines Sensenblattes
Bild: Ein neues 70-Zentimeter Blatt. Zu erkennen an der Stanzung auf der Hamme
Sensenblätter gibt es in verschiedenen Ausführungen für die verschiedenen Anwendungsbereiche. Eines mit breitem Bart und kurzem Gesamtblatt (z.B. 50 Zentimeter und kürzer) ist sehr kräftig und eignet sich gut zum Krauten von wilden Ecken oder unter Sträuchern. Disteln und junge Baumtriebe stellen für so ein Blatt kein Hindernis dar. Lange und schmale Sensenblätter eigenen sich gut für frisches Gras auf großen offenen Flächen. Das Blatt schneidet pro Bewegung einen vergleichsweisen großen Bereich und das Gras bietet eher wenig Widerstand.
Meine Blätter und welches ich nutze
Für meinen Hausgarten mit unwegsamen Ecken und ein paar Wiesenflächen von jeweils vielleicht 100-200 Quadratmetern nutze ich ein 65-Zentimeter-Blatt. Ich habe zwar insgesamt noch ca. 800 Quadratmeter Fläche zu mähen, doch ich mähe immer versetzt, also nie die ganze Fläche auf einmal. Das ist besser für die Tiere dort, sie können von einer gemähten auf eine ungemähte Fläche wechseln. Zugegeben, für mich ist es auch angenehmer. Ich habe nicht immer diesen großen Posten vor mir, sondern immer nur kleine, gut zu schaffende Arbeitspakete.
Das Blatt dieser Größe ist für mich die eierlegende Wollmilchsau für meinen Garten. Denn ich mähe damit nicht nur das Gras, sondern auch mal den Giersch, der an der Bachböschung über den Weg wächst. Rund ums Hochbeet leistet es mir ebenfalls gute Dienste. Eigentlich überall dort, wo keine Steine sind. Denn das kann man sich merken: Sense und Steine, das verträgt sich nicht.
Insgesamt habe ich drei Blätter: Eines für Gras, eines für alles (wie oben beschrieben) und ein günstiges Ersatzblatt (Bild oben). Das Ersatzblatt war ein Impulskauf: Ich sah, überlegte zu kurz und kaufte. Das war ganz am Anfang meiner „Sensenkarriere“, ich hatte noch kein Vertrauen in das jüngst gekaufte, teure Blatt aus Österreich. Heute weiß ich: Die können viel mehr ab als man denkt! Das lange Blatt für Gras war ein verrostetes Stück Stahl an einem Metallbaum, den ich als meine erste Sense von einer Arbeitskollegin abkaufte. Doch bald zog der Holzbaum und damit eine jetzige Sense ein. Ich hob die alte Sense auf, vielleicht würde ich irgendwann mal einen Blogbeitrag zu dem Thema schreiben, dann hätte ich Vergleichsmodelle.
Kurzum: Ich besitze zwar drei Sensenblätter, aber ich nutze effektiv nur das eine. Es langt volkommen. Ich habe auch nie bei den verscheidenen Anwendungsgebieten das Gefühl, dass ich gerade mit einem Kompromiss arbeite.
Hast du 1000 Quadratmeter ebenes Grasland, dann kann ein schmales 90-Zentimeter-Blatt genau dein Ding sein. Hast du gerade einen seit 10 Jahre leerstehenden, verwilderten Schrebergarten übernommen, dann kann ein 45-Zentimeter-Blatt dein Freund und des Beikrauts Feind sein. Denke vor dem Kauf also erst darüber nach, was du zu mähen hast!
Tipp
Auch bei dem Blatt gilt: Ein Gang zum Flohmarkt lohnt sich! Ein lediglich verrostetes Sensenblatt lässt sich oft aus seinem Dornröschenschlaf wecken. Mit etwas Schleifpapier (bei schlimmen Fällen auch Bremsenreiniger), Öl, Geduld und Dengelei bekommt man auch ein altes Schätzchen wieder flott. Nur gerissen oder stark verbogen sollte es nicht sein.
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