kurz durchgeharkt

kurz durchgeharkt: Ralf Roesberger – Selbstversorgung

In der Reihe „kurz durchgeharkt“ bilde ich mir (m)eine Meinung zu gelesenen Büchern. Oder ich bilde mir ein, mir eine Meinung bilden zu können. Oder ich bilde mir eine Meinung ohne dazugehörige Bildung. Manchmal sogar bei Büchern ohne Bilder.

Buch 1: Ralf Roesberger´s „Selbstversorgung – Was im eigenen Garten wirklich möglich ist“

Specs:

Titel: Selbstversorgung – Was im eigenen Garten wirklich möglich ist
Autor: Ralf Roesberger
Erscheinungsdatum: 02.02.2021
Seiten: 224
Verlag: Gräfe und Unzer (GU)
Preis: 23 Euro
ISBN: 978-3-8338-7504-5

Zur Transparenz: Ich habe das Buch selbst gekauft und ich stehe in keiner Beziehung zum Autor und/oder Verlag. Das Folgende ist meine Meinung und die kann natürlich auch mal (un)gewollt subjektiv ausfallen.

(Bild: Gräfe & Unzer Verlag GmbH)

Hintergrund

Ralf Roesberger ist einer der ersten und erfolgreichsten Garten-Youtuber Deutschlands. Seit Jahren informiert er regelmäßig auf seinem „Selbstversorgerkanal“ seine Zuschauer zu eben diesem Thema mit seinem typisch rheinländischem Humor. Den muß man als Nicht-Rheinländer erstmal verstehen. Sein Ziel ist dabei nicht einfach der Anbau von Gemüse, das Imkern und das Halten von Hühnern und Gänsen, Roesberger geht einen Schritt weiter: Er möchte herausfinden, ob eine (nahezu) komplette Selbstversorgung aus dem eigenen Garten in Deutschland möglich ist und wo die Grenzen liegen wenn es denn welche gibt.

Roesberger hat in diesem Buch seine jahrelangen Erfahrungen zusammengetragen. Dazu gehören neben Erfolg und scheitern auch Ernte, Missernte, versuchen, wiederholen und bleiben lassen.

Wichtig: Das Buch ist mehr Erfahrungsbericht als Ratgeber. „Geling-Garantien“ wird man vergebens suchen.

Das Buch

Das ansprechend bebilderte Buch umfasst 24 Kapitel und behandelt neben den typischen Gartenbuchthemen Beetvorbereitung, Kompostwirtschaft, Voranzucht, Pflanzenversorgung, Ernte und Tierhaltung eben auch die Selbstversorgerbereiche, über die man sich als Hobbygärtner vielleicht noch keine oder nur wenige Gedanken gemacht hat: Lohnt sich der Anbau einer bestimmten Kultur wenn man es mit der Selbstversorgung ernst meint? Ist ein Mehraufwand an Arbeit bei einer Kultur gerechtfertigt, bei der Schädlingsdruck wahrscheinlich ist? Wieviel Fläche wird benötigt, um von einer Kultur nennenswerten Ertrag für einen Selbstversorger zu ernten? Außerdem muß das dann ja auch noch alles haltbar gemacht werden!

Allerlei Anekdoten und Wissenwertes schmücken das Buch als Randnotizen und lockern den ohnehin schon leicht und meist fröhlich schwingenden Text weiter auf. So lernt man die „Zuschini“ kennen, aber auch, dass es sich nicht lohnt einer Ackerwinde zwei Meter tief nachzugraben um ihre Quelle zu eliminieren. Wieviele Kalorien erhält man eigentlich mit dem eigenen Honig?

Auch Gartengeräte stellt Roesberger vor: Die von ihm selbstentwickelte Unkrauthacke habe ich direkt mal nachgebaut und für echt praktisch befunden! Ich werde sie weiter benutzen. (Foto: J. Hagenberg)

Man darf dabei aber nicht vergessen, dass das Buch die reine Selbstversorgung behandelt und da wird dann auch mal mit F1-Hybriden und getorfter Pflanzerde gearbeitet. Dies mag dem ein oder anderen Gärtner von heute schwer im Magen liegen, doch das Thema des Buches ist eben nicht Saatguterhaltung oder Naturschutz. Als Leser merkt man aber schon, dass diese Punkte auch eine Rolle spielen. Oftmals sind Lösungen aber eben noch nicht alltagsfähig, hier gewinnt Pragmatismus gegen Ideologie.
Das verstanden, fährt Roesberger dann wieder auf: Wo wahrscheinlich viele andere Selbstversorger sagen, dass sie Mehl zukaufen müssen, da startet „King Ralf“ und baut Getreide für das eigene Brot an. Ob sich das lohnt? Wie steht’s um Chia, Quinoa und Amarant? Superfruits sind doch in aller Munde, im wahrsten Sinne des Wortes.

Fazit

Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung für alle, die sich gerade neu mit dem Thema Selbstversorgung beschäftigen und überlegen, auch in diese Richtung zu denken! Wer die YouTube-Videos kennt und regelmäßig schaut, fühlt sich direkt zu Hause. Doch auch wer die Videos noch nicht gesehen hat erfährt hier kurzweilig, aber doch reichhaltig etwas über A wie Ackerwinde bis Z wie Zwiebel. Man bekommt beim Lesen sofort das Gefühl im eigene Garten auch mal scheitern zu dürfen. Man kann nichts falsch machen sondern nur lernen. Der ganz normale Selbstversorgerwahnsinn eben.

Viel Spaß beim Lesen!

Wer den Selbstversorgerkanal noch nicht kennt, der folge gerne diesem Link zu YouTube hier. Nicht vergessen: Like-Button drücken, Kanal abonnieren und die Glocke aktivieren 😉

Die meisten Videos gibt es auch als Beitrag auf Ralf Roesberger´s Blog: www.neulichimgarten.de

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