Zum Thema

Hannah Assil nennt sich selbst „naturverliebt“. Für sie ist der Wald mehr als eine Ansammlung von Bäumen und Tieren, viel mehr als der Ort des Sonntagsspaziergangs oder der morgendlichen Laufrunde. Damit sich der Mensch nicht immer weiter von der Natur entfernt, möchte die Naturvermittlerin mit ihrem Buch eine Schnittstelle schaffen, erklärt Zusammenhänge und unterstützt das Ganze mit ausgesuchten Fotos.

Zur Transparenz:
Das Buch wurde mir vom Kosmos-Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Verlag nimmt keinen Einfluss auf den Artikel und hat diesen auch nicht vorab gesehen.

Zum Buch

„Arten entdecken – Zusammenhänge verstehen“ lautet der Untertitel von „Sprichst du Wald?“. Dafür hat Hannah Assil 192 kartonierte Seiten Platz.

Wer noch nie von der 7 vs. Wild-Teilnehmerin, Fotografin, Bergwanderführerein und Naturvermittlerin gehört hat, kann sich direkt nach dem Aufschlagen ein Bild machen, bzw. mehrere: Statt eines klassischen Klappentextes finden wir eine Identitäts-Collage der Autorin.

Das Buchcover von "Sprichst du Wald?" mit Hannah Assil, wie sie im Wald sitzend in die Kamera lächelt
"Von Früchten und Früchtchen" zeigt eine Beispielseite mit Kürbissen und der Samenkapsel von einer Jungfer im Grünen

„Dein Erlebnisführer durch die Jahreszeiten“ lautet ein weiterer Titeltext auf dem Buchcover und so verwundert es nicht, dass die Kapitel eben diesen Jahreszeiten entsprechen. Umrahmt werden sie von der Einleitung „Wald“ und dem, wie ich finde, sehr wichtigen Kapitel „Wandel“.

Hannah Assil beginnt ihr Buch wie ein Poesiealbum und schon nach wenigen Seiten wird aus der oben erwähnten Baumansammlung ein Sehnsuchtsort.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter und Wald

Von den ersten Frühblühern und dem Erwachen des Waldes im Frühling, über die Tierjugend im Sommer, der Brunft im Herbst und der Ruhe des Winters beschreibt die Autorin feinfühlig den Lebensraum Wald, seine Bewohner und eben seine Zusammenhänge. Da gibt es Abhängigkeiten, Kreisläufe und Wechselwirkungen, die entdeckt werden wollen.

Beispiel gefällig? Wir alle haben sicherlich schon mal einen Ameisenhaufen im Wald gesehen und interessiert beobachtet. Aber was passiert da eigentlich? Warum macht die Ameise was sie macht, was hat das für Auswirkungen und was würde passieren wenn sie nicht mehr da wäre?

Eine weitere Beispielseite


Vielleicht ist es deshalb so leicht, im Wald anzukommen. Nicht nur räumlich, sondern innerlich. Er stellt keine Fragen. Er bewertet nicht. Er lässt Raum. Und je öfter man diesen Raum betritt, desto vertrauter wird er.

Hannah Assil

Autorin

Diese Abhängigkeiten können unmöglich allumfassend zusammengetragen werden, aber das Buch regt dazu an, selbst rauszugehen, selbst zu entdecken, selbst den Dingen nachzugehen. Dazu gibt es auch Sinnesübungen, um den Wald selbst zu erfahren, sich ihm (wieder) zu nähern. Etwas, dass vielleicht doch vielen von uns Abhanden gekommen ist.

Doch bei aller Hingabe zum Wald bleibt Hannah Assil auch realistisch: Der größte Teil des Waldes unterliegt auch einer Nutzung, er verändert sich – nicht nur, aber auch durch die Klimakrise. Vielleicht gerade ein Grund mehr, öfter in den Wald zu gehen?

Fazit

Das allererste Kapitel in dem Buch lautet „Eine Liebeserklärung an den Wald“ und diese zieht sich durch das ganze Buch. Hannah Assil lebt und spricht Wald. Sie macht Lust daruf, den Wald und seine Geschichten selbst zu entdecken, Distanz ab- und Nähe aufzubauen. Aus einer Ansammlung von Bäumen wird Seelenheil, Entdeckerziel und Wohlfühlort. Wer bei den fantastischen Fotos denkt, dass er oder sie so einen Moment doch sowieso nie selbst erleben kann, irrt: Denn für Hannah Assil waren das ja auch mal Momente.

Mit Klick auf das Icon links kommt ihr direkt zum Buch auf der Verlagsseite.

Titel: Sprichst du Wald? – Arten entdecken – Zusammenhänge verstehen

Autoren: Hannah Assil
Seiten: 192 Paperpack, Breitklappenbroschur
Erscheinungsdatum: 20. Juli 2026
Verlag: Kosmos
EAN/ISBN: 9783440183441
Preis: 22,00 €

Auf die Ohren

Ich habe mit Hannah Assil auch kürzlich persönlich gesprochen: Die Podcastfolge von „Das Grüne muss nach oben“ findest du hier.