Zum Thema

Die meisten meiner LeserInnen dürften einen Garten haben und sich gerne praktisch wie theoretisch mit Pflanzen beschäftigen. Ab einer gewissen Tiefe lässt dann aber oft das Interesse nach. Reizwörter wie „Kambium“, „Spaltöffnungen“ oder „Kelchblätter“ lassen eben nicht unbedingt den Anwendungsfall im Gartenalltag durchblicken. Das Buch „GartenBOTANIK“ will hier den ambitionierten Gärtner abholen. Schafft es das?

Zur Transparenz:
Das Buch wurde mir vom Haupt-Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Verlag nimmt keinen Einfluss auf diesen Artikel und hat diesen auch nicht vorab gesehen.

Zum Buch

Das Buch kommt in einem gefälligen Format zwischen DIN A5 und DIN A4 daher und bietet 224 Seiten im Hardcover. Neben einem Inhaltsverzeichnis bietet es gleich drei Register am Schluss: Ein Stichwortverzeichnis, ein Verzeichnis für die deutschen Pflanzennamen und eines für die wissenschaftlichen Namen. Beim Nachschlagen kann man sich also schon mal vertun, das ist aber bei nur vier Seiten pro Register kein Problem.

Möglicherweise ist es für die meisten unwichtig, aber für mich als häufiger auf-dem-Tisch-Leser ist das Aufschlagverhalten des Buches eine Wonne. Aufschlagen, einmal leicht über den Mittelfalz streichen und das Buch bleibt aufgeschlagen vor mir liegen.

Das Cover des Buches zeigt natürlich den Titel, den Untertitel, Autor und Verlag. Außerdem ist eine Makroaufnahme einer Blüte der Jungfer im Grünen zu sehen
"Von Früchten und Früchtchen" zeigt eine Beispielseite mit Kürbissen und der Samenkapsel von einer Jungfer im Grünen

Das Buch ist in zwei große Blöcke aufgeteilt. Im ersten Block geht es um den Aufbau der Pflanzen. Ja, hier begegnen sie uns, die Wörter, die uns zurückversetzen in die 5., 6. oder 7. Klasse Frontalunterricht. Doch die Texte sind erfrischend locker, erklären gut ohne lehren zu wollen. So treffen wir auf das „Kambium“, dass in der Schule nur eine weitere wichtige Ansammlung von Zellen war und hier nun endlich Gewebe nach innen und außen bildet, wovon wir das Äußere im nächsten Moment als Rinde oder Borke im Garten anfassen könn(t)en. Zugegeben, damals in der Schulzeit lag der Fokus vielleicht einfach auch auf anderen Themen.

Zwei Blöcke

Der zweite große Block trägt die Überschrift „Strategien der Pflanzen“ und es erschließt sich einem vielleicht nicht sofort was gemeint ist. Doch die Unterüberschriften verraten es dann, z.B. „Wachsen und Gedeihen“ und „Vermehren“. Es geht um Nährstoffe, Anpassungen an die Umgebung und um die Verbreitung von Samen.

Warum tragen Pflanzen Stacheln und Dornen? Wie überstehen sie Dürreperioden? Warum öffnen sich morgens die Blüten und warum schließen sie sich am Abend?

eine weitere Beispielseite zeigt zum Beispiel eine Inllustration eines Regenwurms und Pilzfäden im Boden

So lernt man ganz beiläufig warum es vielleicht sinnvoll ist, nichts gegen Ameisen im Garten zu unternehmen, wenn man im nächsten Jahr mehr Krokusse im Frühjahr begrüssen möchte.

Ein „Grüner Daumen“ ist nicht angeboren, sondern wächst mit Wissen und Erfahrung.

Margot und Roland Spohn

Autoren

Diese Beispielseite zeigt verschiedene Tiere beim Fressen der Früchte. Zum Beispiel einen Stieglitz an einer Wilden Karden oder Ringeltauben an einer Felsenbirne

Zwei Punkte sind mir aufgefallen:
1. Mehrjährigkeit: Hier haben Gärtner und Botaniker eigentlich unterschiedliche Definitionen, weshalb ich es begrüßt hätte, wenn das thematisiert worden wäre.
2. Das Thema Neophyten und invasive Neophyten kam mir persönlich etwas zu kurz. Nun beschäftige ich mich öfter damit und vielleicht bin ich da etwas voreingenommen, aber in Zeiten von Biodiversitäts- und Habitatsverlusten hätte ich eine etwas erschöpfendere Bearbeitung gewünscht. Aber ich gebe zu, das ist sehr subjektiv.

So, nun möchte ich aber auch noch etwas Positives anmerken. Die Pflanzengallen tauchen immer wieder auf und werden sehr schön integriert. Oft sind sie in Büchern nur eine Marginalie wert und ihre Existenz wird zumindest nicht bestritten, aber in GartenBOTANIK bekommen sie etwas Aufmerksamkeit und das tut gut.

Fazit

Ich denke, jede/r kann aus dem Buch etwas mitnehmen und der nächste „Ach guck“-Moment im Garten wird nicht lange auf sich warten lassen. Wer bisher an Botanik interessiert war, sich aber vor Flashbacks in den Bio-Unterricht von früher fürchtete, den kann ich beruhigen und GartenBOTANIK nur empfehlen! Manchmal reicht schnorcheln für neue Erkenntnisse, da braucht es keinen Deepdive.

Mit Klick auf das Icon links kommt ihr direkt zur Verlagsseite.

Titel: GartenBOTANIK – Was Gärtnerinnen und Gärtner über Pflanzen wissen sollten
Autoren: Margot und Roland Spohn
Seiten: 224 Hardcover
Erscheinungsdatum: 09. Februar 2026
Verlag: Haupt
EAN/ISBN: 978-3258084039 
Preis: 34,00 €